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Der grosse Rentenirrtum

Der grosse Rentenirrtum

Mittwoch, 15. März 2017

Wie hoch sind meine Altersbezüge wirklich? Das ist eine Frage, die die meisten nicht korrekt beantworten können. Ein Drittel liegt sogar massiv daneben und überschätzt seine Einkünfte im Alter stark.

Achtung: Die Lücke ist grösser als die meisten denken

Um es ganz klar zu sagen. Die Schweizer glauben, dass sie mehr als 70% des aktuellen Lohnes auch im Alter haben werden. Das zeigt das aktuelle Vorsorgebarometer einer Schweizer Grossbank, die das Marktforschungsinstitut gfs-zürich mit einer entsprechenden Studie beauftragt hatte. Viele gehen demnach sogar davon aus, dass sie 90% beziehen würden und laufen damit in eine gefährliche Falle. Denn die Wirklichkeit sieht anders aus. Die Lücke im Alter ist nämlich weitaus grösser. Tatsächlich decken AHV- und Pensionskassenleistungen maximal 60 bis 70% des letzten Salärs ab. Will man nach dem aktiven Arbeitsleben also seinen Lebensstandard in etwa halten, muss man rechtzeitig zusätzlich vorsorgen. Diese freiwillige Vorsorge funktioniert hervorragend über die dritte Säule unseres Sozialsystems. In diese kann man – je nach Wahl (3a/3b) – steuerbegünstigt einzahlen. Und das ist wirklich attraktiv. So kann ein Erwerbstätiger mit Pensionskassenanschluss jährlich bis zu 6768 Franken einzahlen und diesen Betrag vom steuerbaren Einkommen abziehen. Ist man ohne Pensionskassenanschluss (z.B. Inhaber von Einzelfirmen) kann man bis zu 20% seines Nettoeinkommens (maximal 33'840 Franken) abziehen. Schon jetzt werden diese Vorteile von über der Hälfte der Schweizer genutzt. Die andere Hälfte weiss vielleicht noch nichts von der Lückenfalle oder hofft auf das Glück bei Swisslos, Euromillions und Co. Wir empfehlen, die Situation rechtzeitig anzuschauen und neben der Hoffnung auf Glück etwas anzusparen, damit im Alter keine bösen Überraschungen zu erwarten sind. Oder wie es der Geldberater der «SonntagsZeitung» und ehemalige Chefredakteur der «HandelsZeitung», Martin Spieler, sagt: «Den Traum vom genussvollen Alter mit schönen Reisen muss man sich eventuell abschminken», wenn man sich nicht rechtzeitig um seine Vorsorge kümmert. Das sei «die wichtigste Finanzanlage Ihres Lebens».

Je früher, desto besser

Und dabei gilt der Grundsatz, früh anzufangen. Wer gleich zu Beginn seines Arbeitslebens monatlich kleine Beiträge beiseitelegt, kann damit am Ende eine sehr attraktive Summe erreichen. Auch im Tiefzinsumfeld. Mit jedem Jahr, welches man ungenutzt verstreichen lässt, schrumpft die Summe am Ende. Es wird dann immer schwerer, mit einer vertretbaren monatlichen Belastung die zu erwartende Einkommenslücke im Alter zu schliessen. Ausserdem verliert man jedes Jahr Steuervorteile, die am Ende richtig ins Geld gehen können. Wie die eigene Situation konkret aussieht, sieht jeder auf seinem Pensionskassenausweis. Am besten schaut man sich diesen ganz detailliert mit einem Vorsorgeberater an. Dieser hat einen Überblick über die gesamte Finanzplanung und kann passgerechte Lösungen einbringen.